Ich hatte einen echt entspannten Flug nach Boston. Naja. Fast. Ich habe mit beim einchecken in London mit einem freundlichen Herrn über Ziel und Zweck meiner Reise unterhalten. Als er auch noch wissen wollte, bei wem ich übernachten würde, war ich kurz versucht ihm zu sagen, dass ihn das wohl einen Scheiß angeht. Dann wurde ich des kleinen Stars-und-Stripes-Buttons gewahr, den er am Revers trug. Ich war nicht darauf vorbereitet, dass dieses kleine Frage-Antwort-Spiel schon in London stattfinden würde. Von da an wurde es ein bisschen holpriger, weil ich ihm erklären musste wie Couchsurfing funktioniert und warum das nicht gefährlich werden würde. Abschließend wollte er dann noch den Nachnamen der Person wissen, bei der ich übernachten würde. Ich sagte: "Sparta" und reagierte auf seinen sehr irritierten Blick mit dem Nachsatz: "Like the ancient culture!". Ihm schien das nicht weiterzuhelfen also buchstabierte ich. Da ging ihm ein Licht auf: "Ahhh, like the movie!?".
Fantastisch. Alle Amerika-Vorurteile werden noch in Europa bestätigt.
Nachdem ist das alles hinter mit hatte, war ich dann wirklich in Amerika. Und es war warm und schwühl. Also bin ich erstmal zu meinen ersten Couchsurfing Hosts gefahren. 5er WG in Bostons Studenten-Viertel: Keine Oberfläche im Apartment die nicht stuabig, klebrig oder beides gewesen wäre. Außerdem die Art von WG bei der man sich kein bischen wundert, wenn morgens nackte Zwerge oder eine Ziege durch die Wohnung läuft. Mit denen habe ich also zwei Abende wild gefeiert, das hat ziemlich Spaß gemacht.
Jetzt bin ich zwei sehr sympathischen Mädels unterkommen. Die sind schon kurz davor mich zu adoptieren. Auch sehr lustig mit denen wenn auch deutlich weniger abgedreht und somit viel entspannender.
Boston ist derweil fantastisch! Ob alleine oder mit anderen Couchsurfern. Ich starte meine Tage in der Regel damit bei Maria's Pastry-Shop vorbeizuschauen und mich mit dem besten Gebäck einzudecken, dass ich je hatte: Blätterteig außen, Quarkteig innen, der nach Zimt und Limette schmeckt und Puderzucker obendrauf. Dann schlender ich durch die Stadt und ziehe von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, jedoch nicht ohne genügend Pausen zu machen um zwischendurch mal nen bischen im Park zu schlafen oder in meinem Buch zu lesen. So habe ich schon die USS Constitution und das zugehörige Museum gesehen (und mich dem Schiffmodellbauer unterhalten, toller Typ: 72, zittert wie Espenlaub und baut fantastische Schiffsmodelle), das alte Rathaus, Trinity Chruch etc. pp.
Heute habe ich nach einem ausgedehnten Spaziergang durch little Italy eine Bootstour gemacht nach Spectacle Island: Sehr nett, ich habe sogar im Atlantik gebadet :)
Jetzt habe ich gerade mit den Mädels gebacken und jetzt gehen wir feiern, deswegen muss ich jetzt aufhören. Meine Pläne für die nächsten Tage: Harvard und MIT anschauen und den Freedom Trial beenden um danach alles über die Gründung Amerikas zu wissen. Danach plane ich gerade mit zwei Couchsurfern einen kleinen Roadtrip in die White Mountains!
Grüße, Küsse und Umarmungen an alle (Jedem das seine), bis bald
Jonas
PS: Amerikanisches Bier ist lecker, wenn man das richtige kauft (Samuel Adams, zum Beispiel). MAn sollte jedoch nicht auf die Idee kommen die "Cherry Wheat"-Variante zu kaufen ...
Mehr Fotos gibt es hier!
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