ich hab das Gefühl, dass ich hier schon ewig nicht mehr geschrieben habe, deswegen kommt jetzt mal wieder ein Update.
Nach meinem kurzen Aufenthalt in Las Vegas ging es weiter nach Yosemite, dachte ich zumindest. Unterwegs habe ich noch im Death Valley halt gemacht und noch ein paar schöne Fotos von Stein- und Sandwüste gemacht und mich über die Angenehmen Temperaturen gefreut. Leider stellt sich im Laufe des Tages heraus, dass der Pass nach Yosemite wegen Schnee gesperrt war und weil ich keine Lust hatte am selben Tag nach 6 Stunden fahren nochmal die 5 Stunden für den Umweg zu fahren, bin ich in Bishop, Californien geblieben, weil ich dachte, dass der Pass am nächsten Tag wieder offen wäre. Von Schnee war nämlich nichts zu sehen.
Also eine Nacht in Bishop, leider im Model, da die hiesige Couchsurfing-Gemeinde (genau 12) nicht so ganz auf echten Besuch vorbereitet war. ICh hatte trotzdem alle mal angeschrieben, dabei stellte sich dann eh herraus, dass die meisten nicht mehr in Bishop wohnte. Naja, wie auch immer. Am nächsten Tag war der Pass leider immernoch zu, also machte ich mich auf den Weg über den nächsten, weiter nördlich gelegenen Pass und war nach 5 Stunden auf der anderen Seite des Yosemite Valley. Inzwischen war der Pass natürlich geöffnet worden, ich hätte also einfach in Bishop in der Sonne sitzen können und abwarten und wäre trotzdem schneller da gewesen. Naja, konnte man nicht riechen. Weil die Fahrt recht lange gedauert hat, war es dann schon dunkel, als ich in Yosemite angekommen bin und habe da mein Hostel bezogen. Wie es sich herausstelle, war das genau das richtige. Da gab es nen Spa mit Sauna, also habe ich den Abend mit meinem Buch zwischen Whirpool und Sauna verbracht.
Am nächsten Tag war ich im Yosemite Nationalpark Hiken! Spektakuläre Aussichten und furchbar süße Squirrels, ich hab es fast geschafft sie nicht zu füttern. Aber nur fast. Die klettern einem auf die Schulter! :)
Dann bin ich nach San Francisco gedüst und habe es gerade noch geschafft meinen Mietwagen abzugeben. Ich war um Punkt 6:00 da und die wollten gerade zumachen und der Wagen war leergefahren und sah nach meinen Touren durch diverse Wüsten immernoch aus wie Sau. Aber man hat mir zum Glück dann zugestanden, dass ich das in Ordnung bringe und den Schlüssel in den Briefkasten werfe und keinen extra-Tag berechnet bekomme. Gesagt getan und dann habe ich den Bus von Oakland nach Seattle genommen um Vikram in seinen Harem zu besuchen. Das waren vergnüglich Tage, wir haben Kartoffelsuppe gemacht, ich konnte mal wieder in Ruhe
Zurück in San Francisco habe ich mich direkt voll ins Gewühl gestürzt, war Abends meist mit zwei Leuten aus meinem Hostel unterwegs, Jay und Frances und habe direkt die 80er Jahre Party am Donnerstag Abend im Cat Club für mich entdeckt. Außerdem habe ich schonmal einen ersten Zaghaften Blick auf die Golden-Gate-Bridge geworfen und im Golden Gate Park rumgehangen und die Touristen an der Lombard-Street beobachtet (die Straße selbst ist nicht so spektakulär).
Die Stadt ist wirklich großartig, sehr liberal und locker eingestellt, dazu sehr grün und eigentlich doch relativ überschaubar von der Größe, wenn man es mit anderen amerikanischen Großstädten vergleicht. Dazu ist es schön, dass die Touristen sich sehr auf die Golden Gate Bridge und den (schrecklichen) Hafen+Piers konzentriert. So wirkt der Rest der Stadt sehr authentisch. Teilweise aber auch etwas erschreckend: Die Obdachlosen des ganzen Landes kommen hier hin, weil es im Winter nicht so kalt wird, das nimmt teilweise wirklich sehr bizarre Züge an, bis zum absoluten Absurdum: Blocks die nur von Obdachlosen bevölkert werden und die man bei Nacht besser meiden sollte. Aber das konnte meine Erfahrung nicht wirklich trüben, es war ne tolle Zeit. War sehr Couchsurfing-Mäßig unterwegs, auch wenn ich an den ersten Tagen im Hostel gewohnt habe. War bei zwei Couchsurfing meetings und hab mich nebenbei noch mit ein paar anderen Leuten getroffen (u.a. mit Paul, wir hatten die beste italienische Pizza, die man in den USA bekommen kann. Selbst das Mehl war aus Neapel importiert. Genauso Olivenöl, Büffelmorzarella und der Steinofen). Naja, jedenfalls hab ich da wieder gemerkt, wie genial Couchsurfing ist! Man ist in einer fremden Stadt und trotzdem Teil eines Freundeskreis. Paul, zu Besuch aus Florida ruft an: Hey, wollen wir heute Abend noch nen Bier trinken. Sag ich natürlich nicht nein, erwähne aber, dass ich noch jemanden aus der CS-Community mitbringen würde, weil wir den gleichen Plan hatte. Paul und der kannten sich wiederum auch schon vom CS-Meeting am Tag davor. Total genial, vorallem das der harte Kern selbst in SF (immerhin das CS-Basecamp) noch so überschaubar und zugänglich ist.
Am Montag ist dann meine Freundin Kandy aus New Orleans nach San Francisco gekommen und wir haben in einer WG couchgesurft, Kandy kannte die Leute über zwei Ecken. Das war richtig toll, ich hatte es ja schon auf Facebook geschrieben aber hier nochmal: 10 Künstler und ein Kind in einem riesigen alten Warehouse über einem mexikanischen Restaurant. 500m², mit Billiardraum und Tonstudio. Und jeden Abend wurde da vom feinsten gekocht, besonders gut von Sean, der seit 15 Jahren in der Fine-Dining-Branche ist. Das war echt ne richtig geile Atmosphäre da. Eines Abends saß ich in unserem "Zelt" unterm Dach und habe mein Reise-Tagebuch geschrieben und im Abteil nebenan konnte ich Beth singen hören und Gitarre spielen, die bei jedem falschen Akkord in bester irischer Manier los fluchte und auf dem Dachte konnte ich die Leute reden hören, während deren Grasrauch die Treppe runterzog und ich dachte: Wow, wenn ich in San Fran leben könnte, dann bitte in dieser WG.
Kandy und ich habe ne nette Fahrradtour über die Golden Gate Bridge und nach Sausalito und Tiburon gemacht und haben uns die Seelöwenkolonie am Pier 39 angeschaut. Und dann ging das Abschied nehmen los. Zuerst verabschiedete sich erstmal das gute Wetter: Dauerregen und kalt in ganz Californien für meine letzten 3 Tage. Als erstes habe ich mich von San Francisco, der WG, Jay und Kandy verabschiedet. Dann bin ich noch für einen Tag nach Berkeley gefahren und habe bei Molly gesurft, die hatte kurz vor meine Abreise meine Couch in Berlin gesurft. Cooler Weise war es der Tag des großen Football Spiels zwischen den Berkeley Golden Bears und Stanford. Für alle die Collegefootball nicht so viel schauen: Das ist ungefähr wie Schalke gegen Dortmund, man nennt es nur "the game". Das war toll, die ganze Stadt dreht für ein Wochenende am Rad. Es war zwar das perfekte Wochenende um Football zu schauen, leider nicht so perfekt um Berkeley Fan zu werden. Als es nach der ersten Hälfte 31:0 für Stanford stand, war schon abzusehen, dass es nicht gut enden würde. Trotzdem ein geiles Erlebnis, auch wenn die Karte fürs Spiel echt recht happig war (77$).
Dann hieß es Abschied von Frances, Molly und ihren Freunden zu nehmen und dann ein letztes mal im Greyhound (total betrunken) durchs Land zu fahren und als ich in LA am Flughafen ankam, völlig verkatert und übernächtigt war ich mir auf einmal ganz sicher, dass ich einfach nicht abreisen sollte sondern wieder in den Greyhound springen sollte um noch mehr von den USA zu sehen... Naja, bin dann doch geflogen und jetzt bin ich in Buenos Aires. Darüber später mehr.
Grüße
Jonas
PS: Das Fotos in den Text einfügen ist nur ätzend mit diesem "Tool". Ihr müsst sie euch selbst anschauen:
Vegas
Yosemite
Seattle
San Francisco
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